Kaffee ist ein Lebensmittel und kann, wie die meisten solcher Produkte, mit der Zeit verderben bzw. an Qualität verlieren. Deshalb wird jedes Kaffeepaket, jedes Kaffeeprodukt und auch jede kaffeehaltige Waren mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Die Haltbarkeit von Kaffee weicht in der Regel von diesem Datum erheblich ab. Dabei spielt vor allem die Art der Lagerung eine Rolle. Nicht selten aber wird Kaffee nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt. Warum dies nicht zwangsläufig der Fall sein muss, haben wir nachstehend zusammengefasst.

Welche Faktoren spielen bei der Haltbarkeit von Kaffee eine Rolle?

Ähnlich wie bei der richtigen Aufbewahrung von Kaffeebohnen und Kaffeepulver müssen wir uns bei der Beantwortung der Frage in der Überschrift auf die Feinde des Kaffees konzentrieren. Wenn es bei der korrekten Aufbewahrung des Kaffees vornehmlich um die Bewahrung seiner Frische und den Schutz der Aromen ging, spielt bei seiner Haltbarkeitszeit der allgemeine Alterungsprozess des Produkts eine Rolle. Den Geschmack von Kaffee beeinträchtigen insbesondere die Zufuhr von Sauerstoff, Hitze, Feuchtigkeit aber auch die Gerüche anderer Stoffe. Bei der Haltbarkeitszeit von Kaffee ist es vor allem die Feuchtigkeit, die Probleme bereitet bzw. die Haltbarkeitszeit verkürzt

Wie lange ist Kaffee haltbar?

Bevor das Kaffeepulver oder die Kaffeebohnen bei uns in die Küche kommen, haben sie bereits einen langen Weg hinter sich. In Säcken, in Fässern oder neuerdings in Containern wird der Rohkaffee aus Südamerika, Afrika oder Asien zu uns nach Europa gebracht. In Europa wird der Rohkaffee geröstet und ggf. gemahlen. Bis jetzt ist der Kaffee gut geschützt und altert nur sehr langsam. So lange Feuchtigkeit fehlt, kann man davon ausgehen, dass gekaufter Kaffee viele Jahre haltbar ist. Die Mindesthaltbarkeit hingegen wird auf vielen Verpackungen zwischen eineinhalb und zwei Jahren festgelegt. Warum diese Diskrepanz?

Was sind die Folgen, wenn die Mindesthaltbarkeit abgelaufen ist?

In der Regel wird das Kaffeepulver oder die Kaffeebohnen vor Ablauf des Mindesthaltbarkeit verbraucht. Geschieht dies nicht, muss der Kaffee deshalb nach Fristende nicht entsorgt werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum legt, wie der Name bereits andeutet, nur die Frist fest, die ein Produkt mindestens haltbar sein muss. Ist die Mindesthaltbarkeit abgelaufen, führt dies nicht automatisch zum Verderb des Lebensmittels bzw. zu dessen erforderlichen Entsorgung. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, bedeutet das für den Verbraucher, vor dem Verzehr oder der Zubereitung des Lebensmittels genauer auf dessen Frische bzw. Verwertbarkeit zu achten.

Die Ausweisung eines Mindesthaltbarkeitsdatums auf Lebensmitteln ist in der Europäischen Union übrigens zwingend vorgeschrieben. Sinnvoll ist dies vor allem bei Produkten, die leicht und schnell verderblich sind wie Milchwaren und Fleisch. Die Mindesthaltbarkeit darf dabei nicht als ein wissenschaftlich einheitlich festgelegtes Datum betrachtet werden. Sie liegt vielmehr im Ermessen des Produzenten, der mit dieser Angabe garantiert, dass sein Produkt bis zu dieser Frist uneingeschränkt verzehrt werden kann. Deshalb kann und wird die Mindesthaltbarkeit von Espresso oder Kaffee von Hersteller zu Hersteller abweichen.

Wie erkennt man verdorbenen Kaffee?

Mit der Frische verliert der Espresso zuerst an Aroma. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass der Aromaverlust mit dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit zusammenfällt. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass deshalb der Kaffee verdorben ist. Allein der Geschmack könnte nicht mehr so intensiv sein wie vormals. Sie erkennen verdorbenen Kaffee vor allem durch seinen Geruch. Espresso und andere Kaffeesorten riechen regelrecht schlecht, wenn sie nicht mehr genießbar sind. Durch eingetretene Feuchtigkeit beginnt der Kaffee zu verklumpen und verändert auch sein Aussehen. Feuchtigkeit kann auch für Schimmelbildung sorgen. Geruch und Geschmack sind die wichtigsten Proben für die Verwertbarkeit von Kaffee.

Gibt es Unterschiede bei zwischen Kaffeebohnen und gemahlenem Kaffee?

Für die Frage nach der Haltbarkeit ist die richtige Aufbewahrung des Kaffees von entscheidender Bedeutung. Kaffeebohnen und Kaffeepulver werden idealerweise in Vakuumverpackungen aufbewahrt, die über ein Einwegeventil Röstgase nach außen lassen. Kaffeebohnen, die auf diese Weise verpackt sind, verfügen gewöhnlich über eine Haltbarkeitsdauer von drei und mehr Jahren. Darüber hinaus behalten die Bohnen ungeöffnet sogar ihr Aroma und verlieren nicht an Qualität. Werden die Bohnen vom Hersteller nach der Röstung gemahlen, wird der Kaffee schlagartig empfindlicher.

Kaffeepulver bietet den Feinden des Kaffees eine größere Angriffsfläche. Feuchtigkeit, Licht, Sauerstoff und Temperatur können viel effektiver auf das Pulver einwirken als auf Bohnen. In einer geöffneten Verpackung verliert das Kaffeepulver innerhalb einer Woche erheblich an Qualität. Dem können Sie entgegenwirken, in dem Sie Kaffee kühl, dunkel und trocken lagern. Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit sollten weitgehend vom Kaffee fern gehalten werden. Der beste Weg, seinen Kaffee möglichst lange haltbar zu machen, ist die richtige Aufbewahrung in Form von Kaffeebohnen und das frische Mahlen der Bohnen kurz vor der Zubereitung.

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