Heute geht es bei uns um einen echten Klassiker aus dem italienischen Norden, direkt am schönen Gardasee – der Classico der Rösterei Lucaffe. Der Classico von Lucaffe wird seinem Namen mehr als gerecht. Er ist dicht gefolgt vom „Mr. Exklusiv“ und dem „Espresso Bar“ die am meisten gekaufte Espressosorte der gleichnamigen Kultrösterei Lucaffe. Die italienische Rösterei aus der Lombardei, aus dem südlichen Teil des Gardasees, hat sich mittlerweile auch weit über die Landesgrenzen hinweg in über 45 Ländern, als sehr erfolgreiche Kaffeemarke etablieren können.

Gegründet wurde die Rösterei 1996 von Gian Luca Ventrulli im Ort Padenghe sul Garda. Wenn Sie das nächste Mal Urlaub oder nur auch nur einen Wochenendtrip an den Gardasee planen und sich zufällig im südlichen Teil des Gardasee befinden, lohnt sich auf alle Fälle ein kurzer Abstecher zur Rösterei.

Röster Lucaffe
Herkunftslands Italien
Region Venetien
Arabica 80%
Robusta 20%

Der erste Eindruck des Classicos

Die 250g Dose mit ganzen Kaffeebohnen präsentiert sich im klassischen Lucaffe rot mit dem fröhlich lachenden schwarzen Mann auf der Vorder- und Rückseite. Wer die Kaffeesorten von Lucaffe das erste Mal sieht könnte einen eher rassistischen Eindruck von der Rösterei bekommen. Im Grunde sollen die schwarzen Figuren auf den bunten Kaffeeverpackungen und Dose aber nur die Kaffeebauern auf von Kaffeeplantagen wiederspiegeln.

Beim Öffnen der Dose fiel mir zuerst das angenehm milde und weiche Aroma der gerösteten Kaffeebohnen ins Auge bzw. die Nase. Die Espressobohnen aus der praktischen Dose waren beim Test gerade einmal 5 Wochen alt, was diesen Eindruck sicherlich noch einmal bestärkt. Das Bohnenbild an sich war zwar nicht 100% gleichmäßig, ich konnte aber auch keine schadhaften und gebrochene Bohnen feststellen. Der verwendete Rohkaffee beim Classico kann somit schon als relativ hochwertig eingestuft werden, was auch ganz den Aussagen der Rösterei entspricht.

Das farblich etwas ungleichmäßige Bohnenbild ist aber kein negatives Qualitätsmerkmal! Es bestätigt die Aussage, dass alle verwendeten Rohkaffeebohnen einzeln und sortenrein geröstet werden, bevor man diese zu den einzelnen Kaffee- und Espressomischungen kombiniert. Durch diese Methode kann sich der Röstmeister voll und ganz auf die einzelnen Rohkaffeesorte konzentrieren, um so das beste aus jeder Bohne herauszuholen.

Jetzt entdecken!

Lucaffe Classico

Probiere den Klassiker der italienischen Kultrösterei Lucaffe aus Luca vom Gardasee
Jetzt entdecken!

Mischung und Röstung des Classicos

Geröstet werden die Kaffeebohnen des Lucaffe Classico im traditionellen und handwerklichen Trommelröstverfahren. Bei ca. 180 Grad haben die Bohnen im Schnitt 20 Minuten lang Zeit, um langsam und gleichmäßig ihr individuelle Röstaroma zu entwickel. Die Espressomischung an sich besteht aus 80% Arabica und 20% Robusta, was sich beim späteren Bezug aus dem Siebträger nach Gefühl auch so bestätigen lässt. Über die genaue Herkunft der einzelnen Rohkaffeesorten ist leider nur sehr weniger bekannt.

Sein Mischungsverhältnis aus Arabica und Robusta machen den Lucaffe Classico neben der Zubereitung von Espresso, Cappuccino uns Latte Macchiato aber auch sehr interessant für den Kaffeevollautomaten.

Der Lucaffe Classico in der Anwendung

Getestet habe ich den Classico mit unserer Siebträgermaschine, einer ECM Technika IV Profi in Kombination mit einer ECM S-Automatik Espressomühle, bei uns in der Kaffeeküche. Die Einstellung des Mahlgrades erwies sich als relativ unkompliziert. Den ersten Bezug aus dem Siebträger probierte ich mit den Mühlen-Einstellungen seines Vorgängers, ohne Anpassungen an der Mahlzeit oder dem Mahlgrad vorzunehmen. Der Espresso floss dabei in unter 15 Sekunden in die Tasse und hatte auch eine sehr helle und instabile Crema – der Mahlgrad musste angepasst werden.

Nach einigen hin und her im Mahlgrad, fand ich die passende Einstellung bei einem mittleren  Mahlgrad von 3,8 (Spanne der Mühle: 1 bis 9). Auch die Mahlzeit hab ich noch ein bisschen feinjustiert und bei genau 3,8 Sekunden hatte ich genug frisches Kaffeemehl im Siebträger, dass nach dem Tampen ein perfekter Füllgrad erreicht war. Zum Anpressdruck kann ich leider nichts genaueres sagen, da ich aktuell den „Sfera“ von Motta bei uns im Einsatz habe, der keine Möglichkeit zur Regulierung des Anpressdrucks bereit hält.

Der Lucaffe Classico im Geschmack

Als erstes wurde der Lucaffe Classico als klassischer Espresso aus unserer Siebträgermaschine zubereitet. Nachdem ich die perfekten Einstellung der Espressomühle gefunden hatte, war es eine pure Freude, dem Espresso beim Bezug aus dem Siebträger zuzuschauen. Von Tasse zu Tasse kam mir ein sehr dickflüssiger und cremiger Espresso mit dem typischen „Blubbern“ aus der Espressomaschine. Die Crema hatte eine sehr dicke und stabile Form und präsentierte sich farblich in einem sehr hellen Haselnuss Farbton.

Der Lucaffe Classic aus dem SiebträgerGeschmacklich im Espresso stehen beim Classico vor allem Noten nach frischem Brot bzw. Gebäck im Vordergrund. Direkt beim ersten Schluck spürt man auch eine doch sehr wahrnehmbare Bitterkeit, was an dieser Stelle aber nicht als negativer Punkt gewertet werden soll. Aufgrund seiner Eigenschaften hatten ich diese Bitterkeit auch erwartet und ich war auch ganz froh, als ich diese beim ersten Schluck wahrnehmen konnte. Im Nachgang, der im übrigen auch sehr langanhaltend ist,  sind meiner Meinung nach leichte Kakao-Aroma zu erkennen gewesen. Allgemein präsentiert sich der Classico von Lucaffe im Espresso wie ein klassischer, norditalienischer Barcaffe mit kaum vorhandenen Fruchtnoten und einem nur sehr schwachen und zurückhaltendem Säureprofil. Probiert habe ich ihn im Espresso natürlich unverfälscht ohne Zucker.

In Kombination mit Milch als Cappuccino oder Latte Macchiato hat mich der Classico sehr von sich überzeugt! Da ich in Milch-Mischgetränken sowieso eher den Espresso bevorzugen, der sich mehr im Hintergrund verhält, hatte ich mit dem Lucaffe Classico einen direkten Griff ins Schwarze. Im Latte Macchiato aus Milch mit einem Fettgehalt von 3,5% harmonierte er sehr gut mit den Aromen der Milch, sodass beide Seiten, Milch und Espresso, in etwa in gleicher Intensität noch vorhanden waren. Nach dem ersten Cappuccino oder Latte Macchiato bekommt man bei dieser Kombination sofort Lust auf den nächsten, ohne dass einem dabei das Koffein unangenehm bemerkbar macht.

Im allgemeinen, über alle Zubereitungsvarianten hinweg, würde ich den Koffeingehalt des Lucaffe Classico in den mittleren Bereich einstufen, da ich persönlich erst nach dem dritten Espresso die ersten Begleiterscheinungen des Koffeins wahrnehmen konnte, obwohl ich in dieser Hinsicht schon ein bisschen sensibler reagiere.

Abschließendes Fazit zum Lucaffe Classico

Besonders gut eignet sich der Lucaffe Classico aus 80% Arabica und 20% Robusta für Fans der typischen, italienischen Barcaffe-Mischungen im norditalienischen Stil. Mit einem mittleren Koffeingehalt und Aromen nach frischem Gebäck und einem kaum wahrnehmenbaren Säureprofil, eignet er sich als flexibler Allrounder für die Zubereitung von Kaffee, Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino sowohl aus dem Siebträger als auch aus dem Kaffeevollautomaten.

9 von 10 | Verpackung und Design
8 von 10 | Preis-Leistung
7 von 10 | Bohnenbild
8 von 10 | Crema
8 von 10 | Espresso
8 von 10 | Milch-Mischgetränk
8 von 10

1.000g Bohnen

250g gemahlen

250g Bohnen

150 ESE Kaffeepads

Foto: ©Philipp Loth, cremundo.de