Was geht schon über eine gute Tasse Kaffee am Morgen? Viele werden erst durch diesen Koffein-Kick wirklich wach. Doch es gibt Menschen, die eine Unverträglichkeit auf Koffein haben. Geht es Ihnen vielleicht auch so? Dann könnte entkoffeinierter Kaffee Ihre Lösung sein.

Roselius-Verfahren – der Urvater des entkoffeinierten Kaffees

Auf die Idee, Kaffee ohne Koffein herzustellen, kam Ludwig Roselius bereits Anfang des letzten Jahrhunderts. Nachdem sein Vater mutmaßlich durch erhöhten Kaffeekonsum starb, entwickelte der Gründer von „Kaffee HAG“ das nach ihm benannte Roselius-Verfahren.

Dabei werden Kaffeebohnen mit Benzol in Salzwasser gegeben werden, wo sie quellen und ihren Koffeinanteil abgeben. Dieses Verfahten wirkte sich leider negativ auf den Geschmack und das Aroma der Kaffeebohnen aus, sodass diese nach der Entkoffeinierung auf eine spezielle Art und Weise geröstet werden mussten um den Geschmacksverlust zu kompensieren. Da sich mit der Zeit jedoch herausstellte, dass Benzol als krebserregend eingestuft werden muss, findet Roselius‘ Verfahren heute keine Anwendung mehr.

Schweizer-Wasser-Prozess – einmal alles außer Koffein

Ein anderes Verfahren ist der Schweizer-Wasser-Prozess. Dabei werden unreife Kaffeebohnen in heißes Wasser eingelegt bis alle Bestandteile herausgelöst sind. Anschließend werden die Bohnen entsorgt und nur das Wasser weiterverwendet. Dieses wird durch einen Kohleaktivfilter gepresst, wobei das Koffein entfernt wird.

Wenn nun neue Bohnen in das Wassergemisch gegeben werden, so wird nur noch das Koffein entzogen, weil alle anderen Bestandteile bereits im Wasser enthalten sind. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis der Koffeinanteil nur noch beim EU-Richtwert von 0,1% liegt. Weil dabei die ersten, unreifen Bohnen verschwendet werden und sehr viel Wasser für diese langwierige Methode erforderlich ist, ist sie nicht nur ökonomisch sinnlos, sondern auch umweltschädlich.

Natürlich entkoffeiniert – natürlich ökologisch

Heute setzt man deshalb darauf, rohe Kaffeebohnen in heißem Wasser Quellen zu lassen, sie mit Lösungsmitteln zu behandeln und schließlich zu trocknen. Wer entkoffeinierten Kaffee aus dieser Herstellung kauft, sollte unbedingt darauf achten, dass es sich nicht um das Lösungsmittel Dichlormethan handelt, welches im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Stattdessen bietet sich Ethylacetat an, das aus Obst oder Gemüse gewonnen wird und dessen Resultat als „natürlich entkoffeiniert“ in den Läden auftaucht. Es besteht die Gefahr, dass sich das Lösungsmittel beim Trocknen verflüchtigt und ein höherer Koffeinanteil im Produkt bleibt. Beim Kauf von koffeinfreiem Biokaffee sollten Sie auch immer darauf achten, dass diesem das Koffein auf natürliche Weise entzogen wurde, da unserer persönlichen Meinung nach auch der Aspekt „Bio“ nicht mehr so gut zum Produkt passen würde.

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Häufige Fragen rund um den koffeinfreien Kaffee und Espresso

Um Ihnen die Kaufentscheidung für koffeinfreien Kaffee, egal ob in ganzen Bohnen, gemahlen, als Pads oder Kapseln zu erleichtern, möchten wie Ihnen nachfolgen noch ein paar Antworten auf ein paar Fragen geben, welche sich unsere Kunden oft vor dem Kauf von einem guten Decaffeinato stellen.

Wir wird koffeinfreier Kaffee bzw. Espresso hergestellt?

Es gib mehrere Methoden die Bohnen zu entkoffeinieren. Zum einen die Methode, bei welcher mithilfe von Wasserdampf das Koffein aus den Kaffeebohnen „herausgespült“ wird und zum anderen gibt es noch zwei chemischen Verfahren bei denen die Stoffe Dichlormethan und Ethylacetat zum Einsatz kommen. Das Rösten der entkoffeinierten Bohnen unterscheidet sich anschließend nicht vom Rösten normaler Kaffeebohnen.

Wie gesund ist koffeinfreier Kaffee?

Für Menschen die sehr empfindlich auf Koffein reagieren ist der Decaffeinato die einzige Möglichkeit in den Genuss der leckeren Kaffee- und Espressoaroma zu kommen, ohne die unangenehmen Nebenwirkungen des Koffeins zu verspüren. Zu diesen Nebenwirkungen zählen unter anderem Unruhe, erhöhter Blutdruck und Nervosität. Beim Kauf Ihres entkoffeinierten Kaffes sollten Sie immer auf das angewandte Verfahren des Entkoffeinierens achten. Bevorzugen sollten Sie dabei einen Decaffeinato, dem mittels Wasserdampf das Koffein entzogen wurde.

Wie schmeckt koffeinfreier Kaffee oder Espresso?

Wenn Sie beim Kauf von koffeinfreien Kaffee auf die Qualität der Bohnen achtem, dann werden Sie keinen spürbaren Unterschied bezüglich des Geschmacks und der Aromen im Vergleich mit herkömmlichen Kaffee oder Espresso merken. Tendenzielle kann man sagen, dass ein hochwertiger Decaffeinato preislich im Bereich von 20 Euro aufwärts, gerechnet auf das Kilo, liegen sollte. Der Preis wird dadurch gerechtfertigt, dass zum einen die verwendeten Kaffeebohnen hochwertiger und somit teurer sind, und auch die Verarbeitung ein wenig aufwendiger ist, da die Bohnen vor dem Rösten erst einmal entkoffeiniert werden müssen. Wir persönlch finden, dass ein guter Entkoffeinierter Kaffee zumindest einmal probiert werden sollte, um sich selbst von der hohen Qualität und des guten Geschmacks überzeugen zu können.

Unser Fazit zum koffeinfreien Kaffee:

Fest steht, dass Roselius‘ ursprüngliches Verfahren ausscheidet, weil das darin enthaltene Benzol Krebs erzeugen kann. Der Schweizer-Wasser-Prozess ist zwar gesundheitlich unbedenklich, verursacht aber Umweltschäden und lohnt sich wenig. Den einzig umweltfreundlichen sowie gesundheitlich guten Erfolg erzielt der natürlich entkoffeinierter Kaffee.

Wenn Sie also auch unter einer Koffeinunverträglichkeit leiden, dann bietet Ihnen diese Möglichkeit vielleicht endlich eine Lösung auf dieses Problem. Alternativ könnten Sie es allerdings auch mit schonend geröstetem Kaffee versuchen.