Ohne Zweifel gehört die Kaffeemaschine in Form eines Vollautomaten in Kombination mit den geeigneten Kaffeebohnen für Vollautomaten zu den beliebtesten Kaffeezubereitungsvarianten. Es gibt zu Recht unzählige Kaffeeliebhaber, die auf den Kaffeegenuss aus einer solchen Maschine schwören. Die Vorzüge sind gut bekannt und schnell aufgezählt. Ein einziger Knopfdruck reicht meist aus, um das köstliche schwarze Getränk aus dann meist frisch gemahlenen Bohnen zuzubereiten. Beinahe, als hätte ein Barista den Kaffee zelebriert. Doch wie alles auf dieser Welt, hat auch der Vollautomat neben seinen vielen unbestrittenen Vorzügen auch eine dunkle, schwarze Seite.

Diese schwarze Seite könnte man fast wörtlich nehmen, denn es geht um die Reinigung und die Hygiene bei der Nutzung einer solchen Maschinerie. Ein echter Kaffeegenießer möchte seine Kaffeespezialität unbelastet von Keimen genießen und dabei geht es nicht allein um Geschmack. Die Themen Reinigung und Hygiene haben in diesem Zusammenhang auch eine gewisse gesundheitliche Note. Wir haben uns nachstehend nicht nur, aber besonders, mit der Antwort auf die Frage beschäftigt, wie man eine Kaffeemaschine möglichst schnell und einfach sauber und hygienisch einwandfrei reinigen kann.

Wir läuft eine ideale Reinigung des Vollautomaten ab?

Moment Mal, mag der eine oder andere Besitzer einer Delonghi, Jura oder Saeco jetzt einwerfen. Meine Maschine hat doch ein Selbstreinigungsprogramm. Darauf habe ich beim Kauf extra geachtet. Die macht sich vollautomatisch ganz alleine sauber und damit keimfrei. Die Praxis beweist leider, dass sich trotz Programms der vollautomatischen Reinigung des Kaffeeautomaten in der Maschine Bakterien, Keime, ja sogar Schimmel anreichern. Es sei denn, der Kaffeegenießer legt selbst Hand an. Oder sollte es zumindest, denn bei der Verkeimung des Kaffeeautomaten geht es nicht allein um den beeinträchtigten Geschmack, sondern auch und besonders um die Gesundheit. Um etwas konkreter zu werden: Untersuchungen haben ergeben, dass ein nicht ausreichend gereinigter Kaffeevollautomat Stretopkokken und Bakterien wie Ecoli-Bakterien eine Heimat bietet. Diese Bakterien und Keime haben weder im Kaffee noch im Espresso etwas zu suchen. Sogar Salmonellen hat man in einer solch vernachlässigten Maschine gefunden.

Auch Vollautomaten haben Problemstellen

Mit etwas Überlegung sind die Problemstellen der Maschine schnell ausgemacht: Brühgruppe, Milchaufschäumer, Tresterbehälter und Wassertank. Also überall dort, wo Kaffeereste oder Flüssigkeitsreste sich festsetzen können. Unabhängig wie gut das Trinkwasser ist, dass in den Tank der Maschine gefüllt wird: Mit der Zeit sammeln sich in einem ungepflegten Wassertank nicht nur Schmutzteile, sondern auch und besonders Bakterien. Abhängig von der Beschaffenheit des Wasser wie Wasserhärte und andere Faktoren, vermehren sich die Bakterien im Wassertank mehr oder weniger schnell. Und noch eine Komponente tritt zu diesem Zeitpunkt auf den Plan: Kalk. Kalk vermiest nicht nur den Geschmack von Kaffee, er senkt nicht nur die Lebensdauer des Vollautomaten: Zu allem Überfluss setzt sich der Kalk mit Vorliebe an der Innenseite des Wassertanks ab und bietet zu großem Überdruß den Bakterien einen exklusiven Halt oder Nährboden.

Was tun, um dem Unheil Einhalt zu gebieten? Es sind gar nicht so viele Maßnahmen erforderlich, wie man angesichts des Vorgenannten vielleicht annehmen könnte. Allerdings spielt Regelmäßigkeit beim Reinigen schon eine Rolle. Es reicht zunächst aus, den Wassertank jeden Tag mit klarem Wasser auszuspülen. Anschließend muss er sorgfältig abgetrocknet werden. Regelmäßig, wenigstens ein Mal im Jahr oder höchstens jeden Monat, sollte der Wassertank und die gesamte Maschine entkalkt werden. Dazu eignet sich eine Essiglösung oder ein spezieller Entkalker, der in Drogerien erhältlich ist. Ein Wort zum Essig: Nicht wenige Experten raten vom Einsatz des Essigs ab. Sie sollten versuchen, einen gesunden Mix aus Spezialentkalkern und Essig zu finden. Wichtig sind auf jeden Fall in diesem Zusammenhang die Angaben des Herstellers. Über einen Teststreifen können Sie zudem die Härte Ihres Wassers ermitteln und nach diesem Wert den Umfang der Entkalkung planen.

Nach dem Espresso ist vor dem Espresso

Bildet sich am Auslass des Milchaufschäumers Ihrer Maschine eine Kruste, ist es meist zu spät. Dann haben sich in der Regel bereits die ersten Keime gebildet. Damit nicht genug; mit der nächsten Tasse Kaffee oder dem nächsten Espresso gelangen diese Bakterien und Keime auch zu Ihnen. Diesem Übel begegnen Sie dadurch, dass der Milchaufschäumer nach jeder Nutzung ausgespült wird, so dass keine Milchreste in ihm verbleiben (können). Reste sind ein gutes Stichwort. Eine weitere Problemstellung bildet der Tresterbehälter, in dem sich nach der Zubereitung des Kaffees die Pulverreste ansammeln. Diese sind in der Regel warm und feucht und leider sind genau dies die gewünschten Lebensumstände für Bakterien, Schimmel und Keime. Auch hier hilft regelmäßiges Reinigen. Der Behälter sollte zeitnah nach der Zubereitung oder wenigstens ein Mal am Tag entleert und mit klarem und heißem Wasser ausgespült werden. Ausgespült werden sollte regelmäßig auch die Brühgruppe. Ein Mal pro Woche reicht fließendes Wasser aus, um die Kaffeereste und damit den Nährboden für Keime und Bakterien zu vernichten. Dies bedingt jedoch, dass die Brühgruppe aus der Maschine entnommen werden kann, was nicht bei jedem Vollautomaten der Fall ist.

Geschirrspüler oder mit der Hand?

Bei so vielen Komponenten, die regelmäßig durchzuspülen sind, kommt durchaus berechtigt die Frage auf, ob es sich nicht lohnt, die einzelnen Teile im Geschirrspüler zu reinigen. So verständlich dieses Ansinnen auch ist, es ist nicht empfehlenswert. Alle Bestandteile des Vollautomaten verfügen in der Regel über bewegliche Teile, die bei der Behandlung im Geschirrspüler schnell beschädigt werden können. Auch sind nach einem Waschdurchgang Schönheitsschäden wie Kratzer festzustellen. Ohnehin sollte man bei Komponenten aus Kunststoff sehr vorsichtig sein. Unsere Empfehlung lautet daher: Lieber mit der Hand reinigen, so haben Sie länger Spaß an Ihrer Maschine und Genuss am Kaffee.

Unser Fazit:

Eines ist schon mal sicher, ein guter Kaffeevollautomat zaubert sehr lecker Kaffeespezialitäten in allen möglichen Variationen, vorausgesetzt, die Qualität der Kaffeebohnen stimmt. Soll das aber nicht nur in den ersten Tagen der Nutzung sonder fortlaufend passieren, sollte der Kaffeetrinker auch ein bisschen Zeit in die kontinuierliche Reinigung investieren und dabei auch selbst Hand anlegen. Die gern genutzten Reinigungsprogrammen zum Durchspülen der Brühgruppe sind zur Bekämpfung von Schimmel, Bakterien und anderen Keimen nur sehr bedingt zu empfehlen.