Der Kaffeebaum präsentiert sich als sehr facettenreiche Nutzpflanze. Im Laufe der Zeit hat man auf der Welt 129 Kaffeearten gefunden. Die Kaffeearten unterscheiden sich meistens in der Kaffeepflanze und -bohne. Viele Arten sind in Madagaskar, in Teilen Südasiens und in Australien zu Hause. Die Gattung Coffea hat sich zwar weltweit ausgebreitet, dennoch sind alle Arten sehr eng miteinander verwandt und besitzen genetische Ähnlichkeiten. Diese Ähnlichkeiten sind ein Risiko für die internationale Kaffeeproduktion, denn wenn ein Erreger eine Kaffeeart befallen hat, bedeutet das für die anderen Arten oft auch ein Befall.

Die interessanteste Kaffeeart ist die Coffea arabica. Sie kennen sie aus der Werbung und von Bildern. Zunächst sehen alle Arabica-Bäume gleich aus. Grob gesagt, haben sie einen dünnen Stamm mit vielen Ästen, welche Blätter und Früchte tragen. Doch bei näherem Hinsehen lassen sich Unterschiede feststellen, wie beispielsweise, dass manche Kaffeebäume die Früchte in Büscheln tragen, aber auch entlang der Zweige gleichmäßig verteilt sind. Auch die Erträge und Bohnenfarbe sind von Kaffeebaum zu Kaffeebaum unterschiedlich.

Für Sie als Kaffeegenießer sind jedoch die wichtigeren Unterschiede diejenigen, die nach dem Ernten und Rösten in der Tasse zum Vorschein kommen. Dabei spielt der charakteristische Geschmack und in manchen Fällen das eigene Mundgefühl eine große Rolle.

Vom Samen zum Kaffeebaum

Viele Kaffeeplantagen haben eigene Baumschulen, wo sie ihre Sämlinge bis zur Verpflanzung auf die Felder heranziehen. Die Kaffeebohnen werden in nährstoffreichem Boden gesetzt, wo sie anschließend keimen. Daraufhin holt man die Bohnen mitsamt dem Trieb aus der Erde. In diesem Stadium nennt man sie „Soldaten“ und sie sehen aus wie eine geröstete Bohne, die man an der Spitze eines grünen dünnen Stängels befestigt hat. Nach kurzer Zeit platzt das Samenkorn auf und die ersten Blättchen erscheinen. Durch das rasche Wachstum können die Kaffeefarmer ihre Kaffeebaumpflanzen nach sechs bis zwölf Monaten auf das Feld umsiedeln.

Schädlinge und Krankheiten

Wie zu Beginn schon erfahren, sind Kaffeebäume sehr anfällig für Krankheiten. Zwei der häufigsten finden Sie im Folgenden erklärt:

Der Kaffeefrost

In spanischsprachigen Ländern wird die Krankheit roya genannt und wird vom Pils Hemileia vastatrix verursacht. Der orangefarbene Belag auf den Blättern beeinträchtigt die Fotosynthese, weshalb das Laub abfällt und folglich der ganze Kaffeebaum eingeht. 1861 wurde solch ein Befall in Ostafrika beobachtet, aber er breitete sich erst 1869 in Sri Lanka aus und zerstörte den Großteil der Pflanzungen. 1970 wurde der Kaffeerost nach Brasilien eingeschleppt, wo er sich rasch über Mittelamerika ausbreitete. Mittlerweile ist der Befall weltweit zu finden. Der Aspekt des Klimawandels und somit auch der Temperaturanstieg hat die Lage zusätzlich verschlimmert und zeigt immer mehr Schäden bei den Kaffeefarmern.

Der Kaffeebohrer

Es ist ein kleiner Käfer (Hypothenemus hampei, span. broca genannt) und der schlimmste Kaffeeschädling noch dazu, welcher seine Eier in die Kaffeekirschen legt. Seine Larven fressen nach dem Schlüpfen das Fruchtfleisch, wobei der Ertrag reduziert wird und die Qualität schmälert. Durch chemische Pestizide, Fallen und biologische Bekämpfungsmethoden versucht man Herr der Lage zu werden.

Blüte und Frucht des Kaffeebaums

Einmal im Jahr kann ein Kaffeefarmer von seinen Kaffeebäumen einen Hauptertrag einnehmen. Es gibt aber auch Länder, wo die Farmer eine zweite Ernte einfahren können, jedoch ist da die Ausbeute und Qualität schlechter.

Der Reproduktionszyklus wird von einer Regenperiode ausgelöst, die den Baum zum Austrieb vieler stark nach Jasmin duftender, weißer Blüten anregt. Diese Blüten werden von Bienen bestäubt, wobei die Arabica auch selbstbestäubend ist, weshalb die Bäume immer fruchten, sofern das Wetter mitspielt. Erntereif sind die Früchte – auch Kirschen genannt – nach bist zu neun Monaten, wobei diese eher unregelmäßig reifen.

Mein Fazit zum Kaffeebaum:

Eine Tasse Kaffee zu genießen mit dem Hinblick darauf, was hinter der Kaffeebohne steckt, zeigt viele neue Aspekte. Ein Kaffeefarmer hat mit vielem zu kämpfen. Er braucht viel Zeit und Geld, sodass er einmal im Jahr einen qualitativ guten Ertrag erwirtschaften kann und dennoch ist es nie sicher, ob seine Kaffeeplantagen von Schädlingen, dem Klima und anderen Dingen verschont bleiben. Der Kaffeebaum an sich ist ein Baum, welcher auf den ersten Blick sehr gewöhnlich erscheint und seine Frucht dennoch für viele von uns weltweit den Tag rettet.