Das Land Peru produziert hochwertige Kaffees in kleinem Umfang mit erdigen und krautigen Noten. Peruanischer Kaffee ist meistens sauber, weich und flach. Er hat Charakter, Komplexität und bringt saftige Erzeugnisse.

Platz 0
Weltrang als Produzent
0%
Anteil am weltweiten Kaffeehandel
0
Säcke à 60 Kilogramm

Die Geschichte des Kaffeeanbaus in Peru

Zwischen 1740 und 1760 kam der erste Kaffee ins Land, wobei in den ersten hundert Jahren die Kaffeeerträge selbst konsumiert wurden. Ab 1890 wurde Kaffee zum ersten Mal exportiert. Im 20. Jahrhundert gehörte Peru noch unter die britische Regierung und musste zwei Millionen Hektar Land in der Landesmitte den Briten überlassen. Davon wurde ein Viertel in Plantagen für den Anbau von Agrarprodukten und eben auch Kaffee umgewandelt. Auf den Farmen arbeiteten Wanderarbeiter aus dem Hochland, von denen einige selbst Grundbesitzer wurden und wieder andere kauften den Briten Land ab, als diese aus Peru abzogen.

In den 1970er Jahren fügten Gesetze der Velascos-Regierung der Kaffeeindustrie schwere Schäden zu. Das International Coffee Agreement garantierte feste Verkaufsmengen und Preise, dadurch hatte man wenig Anreiz geschaffen, eine angemessene Infrastruktur zu errichten. Als der Staat beschloss die Unterstützung einzustellen, brach der Sektor zusammen.

Die bekanntesten Kaffeesorten bzw. Kaffeevaritäten aus den peruanischen Kaffeeanbaugebieten sind heute der Typica, Bourbon, Caturra, Pache und der Catimor. Alle stammen aus der Gattung der Arabicas. Bei der Audfbreitung haben sich die Kaffeefarmer überwiegen auf die Mathod der nassen Rohkaffeeaubereitung spezialisiert.

Die Qualität des peruanischen Kaffees

Darunter litt schließlich auch die Qualität des Kaffees und Perus Position auf dem Markt. Das Vakuum in der peruanischen Kaffeewirtschaft konnte erst wieder von nichtstaatlichen Organisationen wie Fair Trade gefüllt werden. Die Kaffeebaumbepflanzung im Land stieg wieder an. Die Regierung Perus investierte stark in die Ausbildung der Farmer und in die Infrastruktur, vor allem in den Straßenbau und in neue Anbaugebiete.

1980 waren es 620.00 Hektar Land und heute gehört Peru mit 95.000 Hektar zu den bedeutendsten Kaffeeländern der Welt.

Bioanbau hat in Peru einen hohen Stellenwert, allerdings geht die Qualität nur selten einher, da Biokaffee dort sehr preiswert ist und die Preise anderer Farmer nach unten zieht, auch wenn sie eine höhere Qualität anbieten. Hinzu kommt, dass der verbreitete Anbau der Sorte Typica von der Krankheit Kaffeerost befallen ist und dies mancherorts zu Ernteschäden führt.

So schmeckt der Kaffee aus Peru:

Geschmacklich präsentier sich der peruanische Kaffee meist sehr mild mit einem flachen Geschmacksprofil. Der Körper der Kaffees gestaltet sich im Gegensatz zu den oft sehr komplexen Strukturen eher einfach aber dennoch schwer und kraftvoll. Durch diese Eigenschaften werden die Bohnen häufig in Kombination mit Kaffees aus anderen Ländern in Kaffeemischungen für Siebträger und Kaffee für Vollautomaten verwendet. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie beispielsweise der mehrfach prämierten und direkt gehandelte Peru Tunki, welcher vorzugsweise als sortenreiner Kaffee fürs „Third Wave Brewing“ geröstet wird. Geschmacklich präsentiert sich dieser sehr mild und außergewöhnlich fruchtig.

Perus Kaffeeanbaugebiete

Die Kaffeeanbaugebiete erstrecken sich in Peru vom Norden über die Mitte bis in den Süden. Erntezeit ist zwischen März und September und die bekanntesten Sorten sind Bourbon, Typica, Caturra, Pache und Catimor, um nur einige zu nennen.

Cajamarca im Norden Perus

Eine wichtige Anbauregion ist Cajamarca, eine Provinz im Norden von Peru. In einer Höhe von 900 bis 2050 Metern liegt ein äquatoriales Klima mit nahrhaftem Boden. Die meisten Erzeuger sind gut organisierte Kleinbauern, welche auch Mitgliedern in einer Genossenschaft sind.

Jumin in der goldenen Mitte Perus

Das Anbaugebiet Junin liegt in der Mitte des Landes inmitten der Regenwälder und verantwortet 20 bis 25 Prozent des peruanischen Kaffees. Der Kaffee wird in Höhen von 1400 bis 1900 Metern angebaut. In den 1980er  und 1990er Jahren litt die Gegend schwer unter den Guerillakämpfen, wobei die Bäume stark beschädigt wurden, was eine Verbreitung von Krankheiten zur Folge hatte. .

Kaffee aus Cusco im peruanischen Süden

Die Provinz und Region Cusco liegt im Süden, wo man Kaffee als eine legale Alternative zum Coca anbaut. Kleinbauern haben dort ihre Plantagen in einer Höhe von 1200 bis 1900 Meter. Fremdenverkehr ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, wobei der Machu Picchu dort zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten gehört.

Mein Fazit zum Kaffeeanbau in Peru:

Als Land mit einer Bevölkerungsdichte von über 30 Millionen Menschen, leisten die Kaffeebauern viel. Trotz vieler geschichtlicher und auch politischer Niederschläge ist Peru ein wichtiges Land für den Kaffeemarkt. Auf der Weltrangliste liegt Peru auf Platz 9.