Der Kaffeeanbau in Panama blickt auf eine noch nicht allzu lange Geschichte zurück. Vermutlich waren es die Siedler aus Europa, welche zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Kaffeepflanzen mit nach Panama brachten, von welche heute die kostbaren und leckeren Kaffeebohnen geerntet werden. Das jährliche Produktionsvolumen an Rohkaffee ist seitdem von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen und immer mehr namhafte Spezialitätenkaffees stammen aus dem schönen Panama in der Karibik.

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Säcke à 60 Kilogramm

Panamas Kaffeeindustrie im Wandel

Panama ist ein sehr wichtiges und facettenreiches Land für den Anbau verschiedener Rohkaffeesorten. Durch die verschiedenen Klimazonen innerhalb des Landes sind im Laufe der Zeit viele kostbare Kaffeevarietäten entstanden. Ein weiterer Einflussfaktor, welcher sich sehr positiv auf den Kaffeeanbau auswirkt, ist der sehr werthaltige Grund und Boden auf Panama und die im Verhältnis sehr günstigen Lebensunterhaltungskosten. Viele Menschen kommen nach Panama um von den arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsgesetzten zu profitieren. Die Arbeiter auf den Kaffeefarmen werden besser bezahlt als die Erntehelfer auf den Kaffeeplantagen der umliegenden Länder. Dieser Vorteil überträgt sich auf die Qualität der Kaffeebohnen. Durch den sorgfältigen Umgang der gut bezahlten Kaffeefarmer mit dem Rohkaffee sind die aus Panama stammenden Rohkaffees meist ausschließlich den höheren Qualitätsstufen A oder AA zuzuordnen.

Der Einfluss der Hacienda La Esmeralda

Wenn es um Kaffee aus Panama geht, fällt auch sehr häufig der Name Hacienda La Esmeralda. Die Hacienda La Esmeralda besitzt mehrere Kaffeefarmen im Herzen von Panama. Dazu zählen unter anderem die Kaffeefarmen von Cañas Verdes, El Velo, Jaramillo, Landmarks und Palmira. Durch den sehr hohen Anteil, welche die Hacienda La Esmeralda am Produktionsvolumen von Rohkaffee in Panama besitzt, hat sie auch einen sehr großen Einfluss auf die geltenden Rohkaffeepreise.

Die steigende Popularität der kostbaren Kaffeesorten aus Panama ist kein Zufall. Der Staat Panama und viele private Organisationen haben ihren Beitrag dazu geleistet, dass sich Rohkaffee aus Panama heute mit zu den besten der Welt zählen darf. Im Jahr 2004 organisierte der Verband für Spezialitäten aus Panama einen Wettbewerb, bei welchem es darum ging, den besten Kaffee zu küren. Die Hacienda La Esmerlada ging mir ihrer Varietät „Geisha“ ins Rennen und gewann prompt den ersten Platz, wodurch die Bekanntheit der Hacienda und ihres Rohkaffees blitzartig verbreitete.

In den darauf folgenden Jahren bis ins Jahr 2008 schaffte es keine andere Farm, der Kaffeesorte ihren ersten Platz streitig zu machen. Neben der Bekanntheit stieg parallel auch der Preis für das Kilo Geisha Rohkaffee. Umgerechnet auf das Kilogramm, kostet der Rohkaffee anfangs etwa 40 Dollar. Der Preis stieg jedoch mit der zunehmenden Anzahl an Auszeichnung Zeitweise auf bis zu 320 Dollar pro Kilogramm Rohkaffee. Nach dem Geisha 2013 noch einmal einen Sonderpreis verliehen bekam, gingen die letzten Kilogramm der trocken aufbereiteten Jahresernte für etwa 680 Dollar an ihren neuen Besitzer über. Ein doch sehr stolzer Preis für einen ebenso stolzen und hochwertigen Rohkaffee.

Keine Märchenpreise, hier stimmt die Qualität

Im Gegensatz zu den Trendkaffees, zu welchen man den von Katzen ausgeschiedenen Kopi Luwak und natürlich den jamaikanischen Hochlandkaffee Blue Mountain zählen kann, zahlt man für Spezialitätenkaffee aus Panama den Preis für die hohe Qualität. Im hohen Preis für die prämierten Rohkaffees aus Panama stecken neben den höheren und gerechteren Lohnkosten der Kaffeefarmer auch die Kosten für die trockene Aufbereitung der geernteten Kaffeekirschen. Die trockene Aufbereitung nimmt sehr viel Zeit und Sorgfalt in Anspruch. Unter freiem Himmel werden die frisch geernteten Kaffeebohnen mehrere Tage lang an der frischen Luft getrocknet. Hierbei müssen die Bohnen täglich mehrmals per Hand gewendet werden, da sich ansonsten sehr schnell Schimmel und Fäulnis ausbreiten würde.

Eine andere Möglichkeit wäre die Behandlung mit Pestiziden oder anderen chemischen Mitteln gegen Schimmel und Fäulnis. Der Einsatz dieser Mittel würde sich jedoch negativ auf das Geschmacksprofil der Kaffeebohnen auswirken, sodass der aromahaltige und hochwertige Kaffee ohne diese Mittel aufbereitet werden muss. Vor allem die Kaffeesorte Geisha, welche mittlerweile auch auf vielen anderen Kaffeefarmen in Panama angebaut wird, erzielt auf dem Weltmarkt sehr hohe Preis. Ich persönlich finde, dass dieser Preis aber aufgrund der hohen Qualität und des sehr aufregenden und abenteuerlichen Geschmacks auf alle Fälle gerechtfertigt ist.

So schmeckt der Spezialitätenkaffee aus Panama:

Die Kaffeesorte Geisha ist die wohl bekannteste Spezialitätensorten von den Kaffeefarmen Panamas. Die kostbaren Geish-Varietäten der verschiedenen Kaffeefarmen haben aber eines gemeinsam. Das Geschmacksprofil gestaltet sich sehr komplex. Bemerkenswert sind die sehr fruchtigen und blumigen Geschmacksnoten innerhalb des sehr leichten und zarten Körpers. Als aufgebrühter Single Origin im Hario Filter oder der Chemex ein echtes Geschmackserlebnis.

Panamas Kaffeeanbaugebiete

Renacimiento, das nördlichste Anbaugebiet

Panams nördlichstes Kaffeeanbaugebiet Renacimient an der Grenze zu Costa Rica ist durch die erschwerte Zugänglichkeit noch sehr unbekannt. Dennoch gehören die dort befindlichen Hochlandplantagen in Höhen von bis zu 2.000 Metern über den Meeresspiegel zu den Haupterzeugern der kostbaren Rohkaffeespezialitäten. Das kleine Gebiet biete auch für die Zukunft noch sehr hohes Entwicklungspotential, welches stark abhängig ist von der Weiterentwicklung der Infrastruktur. Bekannt sind die Farmen in Renacimiento vor allem für ihre fruchtigen und säurehaltigen Rohkaffeebohnen.

Kaffeeanbau in der Gegend Volcan-Candela

Ein weiteres, sehr wichtiges Kaffeeanbaugebiet liegt im Umkreis des Vulkans Baru und der Stadt Piedra Candela. Daher stammt auch der Doppelname des Gebiets an der Grenze zu Costa Rica. In dieser Gegend findet man die höchsten Kaffeeplantagen in ganz Panama. Manchen Kaffeefarmen finden sich in Höhen von rund 1.700 Metern über dem Meeresspiegel. Durch die regelmäßigen Niederschläge und den sehr fetten und nährstoffreichen Böden, schmecken die Baru-Rohkaffees allesamt sehr süß mit komplexen Geschmacksprofilen. Neben dem Kaffeeanbau spielt sich hier auch ein großer Teil der panamaischen Landwirtschaft zur Gewinnung von Nahrungsmitteln ab. Die Kaffeeernte erfolgt hier zwischen Dezember und März und beschert uns jedes Jahr aufs Neue sehr leckere und fruchtige Kaffeesorten

Kaffee aus Boquete

Boquete ist das älteste und bekannteste Kaffeeanbaugebiet in Panama. Aus dem sehr kühlen und nebeligen Gebiet stammen einige der begehrtesten Rohkaffeesorten des ganzen Landes. Die kühlen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit aufgrund des Nebels sorgen dafür, dass die Kaffeekirschen langsamer reifen als üblich. Auf den Hochlandplantagen in Höhen von bis zu 2.000 Höhenmetern wachsen dort sehr viele unterschiedliche Arabicasorten mit unterschiedlichen Geschmacksausprägungen. Die Geschmacksnoten reichen hier von stark kakaohaltig über nussig bis hin zu fruchtig mit angenehmen Säureprofilen.

Mein Fazit zum Kaffeeanbau in Panama

Panama zählt erst seit kurzem zu den weltweit wichtigen Rohkaffeeproduzenten. In dieser kurzen Zeit hat sich die Kaffeeindustrie des Landes sehr schnell und vor allem stark entwickelt. Weltweit gesehen ist es die sehr hohe Qualität und nicht die Masse an Rohkaffee, welche auf dem Kaffeemarkt für das Land Panama eine entscheidende Rolle spielen. Panama ist zudem eines der weniger Länder, welches mit strengeren Arbeitsbedingungen dafür Sorge trägt, dass die Kaffeefarmer und ihre Erntehelfer gerecht für ihre Arbeiten bezahlt werden. Der dadurch etwas höher Preis auf dem Weltmarkt ist aber durch die durchgängig sehr hohe Rohkaffeequalität gerechtfertigt. Wir dürfen gespannt sein, welche Kostbarkeiten uns das Land Panama neben dem Geisha noch bescheren.