Ob morgens, mittags oder nachmittags, italienischer Espresso oder deutscher Filterkaffee – Fast jeder erwachsene Deutsche ist der dunklen Kaffeebohne treu ergeben. Gerade in Zeiten des Internets ranken sich die Mythen um dessen vermeintliche Gesundheitsschädigungen oder allheilende Fähigkeiten. Doch was ist eigentlich dran an den Gerüchten? Wir bringen Licht ins dunkle und zeigen Ihnen, was Fakt ist und bei welchen Themen Sie sich zukünftig schmunzelnd zurücklehnen können.

Die meisten Mythen und Gerüchte ranken sich um das im Kaffee enthaltene Koffein. Um ein grobes Gefühl dafür zu bekommen, wie der Kaffee und der Espresso im Vergleich zu anderen, koffeinhaltigen Genussmitteln einzuordnen ist, haben wir nachfolgenden Grafik für Sie erstellt. Die Grafik zeigt den Koffeingahlt einer durschschnittlichen Konsumeinheit einer Tasse Kaffee oder Espresso im Vergleich zu anderen Genussmitteln.

Espresso: 110mg Koffein
Kaffeegetränk: 40mg Koffein
Energy Drink: 30mg Koffein
Schwarzer Tee: 20mg Koffein
Cola: 8mg Koffein

Gerücht Nr. 1: Kaffee kann als Medikament eingesetzt werden

Dass Koffein stimmungsaufhellend und erweckend wirkt, ist wohl unbestritten, was die Beliebtheit als Wachmacher am Morgen erklärt. Manche weisen ihm allerdings auch heilende Eigenschaften zu. Bei diesen angenehmen Nebeneffekten ist es kaum verwunderlich, dass Koffein auch in vielen Medikamenten z.B. gegen Herzschwäche, Asthma oder Migräne enthalten ist. Allerdings ist es ohne andere Inhaltsstoffe wenig empfehlenswert.

Tatsächlich wirkt es – im Maßen genossen – stimulierend für das Herz- & Kreislaufsystem und steigert so die Konzentration und das Leistungsvermögen. Neueren Studien zufolge kann kontinuierlicher Konsum von Kaffee sogar das Risiko für Depressionen senken und dem Leistungsabbau im Alter entgegenwirken.

Gerücht Nr 2: Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge entzieht Kaffee dem Körper gar kein Wasser.

Somit wurden die Daten vorheriger Studien falsch interpretiert; denn Kaffee erhöht zwar kurzfristig den Harndrang, führt jedoch bei regelmäßigem Genuss zur Gewöhnung. Dann wirkt er sich positiv auf den Flüssigkeitshaushalt aus, da der Wasseranteil im Getränk relativ hoch ist. Eine durchschnittliche Tasse Filterkaffee besteht zu 98,5% aus Wasser. Die Menge des täglichen Filterkaffeekonsums kann demnach mit zur Deckung des täglichen Wasserbedarfs eines Menschen hinzugezählt werden.

98,5%

Gerücht Nr. 3: Kaffee erhöht den Blutdruck

Dass es erhöhten Blutdruck auslöst ist zum Glück nur ein Gerücht, man sollte lediglich bei hohem Blutdruck darauf achten, nicht zu viel des köstlichen Alleskönners zu trinken.

Bei einem Konsum von 4-5 Tassen Kaffee, Espresso oder schwarzem Tee ist dabei noch alles im grünen Bereich. Der Konsum sollte dabei auf zwei bis vier Einnahmen am Tag berteilt werden. Menschen, welche unter Herzrythmusstörungen leiden, sollten allerdings beobachten, ob durch Kaffee- oder Teekonsum diese Störungen verstärkt auftreten und gegebenenfalls auf diese Getränke verzichten bzw. entkoffeinierten Kaffee trinken. Einbußen im Geschmack oder im Genuss müssend abei nich in Kauf genommen werden. Hochwertiger Kaffee bzw. Espresso ohne Koffein lässt sich heute qualitativ und geschmacklich kaum noch vom „normalen“ Kaffee unterscheiden.

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Gerücht Nr. 4: Kaffee bleibt mindestens fünf Stunden im Blut

Koffein braucht etwa vierzig Minuten um in den Blutkreislauf zu gelangen. Wie lange es dauert, bis eine Tasse Kaffee abgebaut wird hängt von individuellen Faktoren wie Alter oder Gewicht ab, allgemein nimmt man eine Halbwertszeit von etwa vier Stunden an. Lediglich schwangere Frauen sollten jedoch vorsichtig sein, da bei ihnen der Abbau fünfmal so lange dauert.

Gerücht Nr. 5: Koffein im Kaffee führt zu hohem Cholesterinspiegel

Wieviel Koffeingehalt der einzelne Kaffee enthält, ist stark vom Röstungsverfahren abhängig, so enthält beispielsweise die Sorte „Robusta“ mit 4,5% dreimal so viel wie die Sorte „Arabica“, selbst wenn die Sorten vom gleichen Hersteller stammen.

Außerdem lässt sich allgemein feststellen, dass Filterkaffee mehr Koffein enthält als Espresso. Der Vorteil vom gefilterten Kaffee ist allerdings, dass die Bestandteile Kahweol und Cafesol im Filter bleiben und der Cholesterinspiegel so nicht ansteigt.

Ist Kaffee nun gesund?

Ob Kaffee tatsächlich gesund ist, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. In Maßen genossen wirkt er sich positiv auf unsere Stimmung und Leistung aus, besonders, wenn auf eine schonende Röstung und die Qualität des gekauften Produkts geachtet wird.

Falls man also nicht zur Gruppe der schwangeren Frauen zählt, bei denen der Abbauprozess stark verlangsamt ist, sind vier Tassen pro Tag durchaus förderlich für die Gesundheit.