Eine der unkompliziertesten Kaffeezubereitungsformen ist die Zubereitung in der Pressstemplekanne. Nie gehört? Wahrscheinlich doch, aber mit einem anderen Namen! Denn hinter dieser Bezeichnung versteckt sich die bekannte French Press. Auch ein paar andere Bezeichnungen werden für diese Zubereitungsform köstlichen Kaffees verwendet. Zum Beispiel Siebstempelkanne, Kaffeedrücker und Kaffeepresse. Entstanden ist diese Art, Kaffee zuzubereiten, wahrscheinlich schon vor über 150 Jahren, doch patentiert wurde sie erst 1929 vom Italiener Attilio Calimani.

Richtig in Mode kam die French Press allerdings weitere 45 Jahre später. Denn 1974 entwickelte die dänische Firma Bodum das Modell Bistro und sorgte damit so richtig für Aufsehen. Heute ist die French Press noch immer eine der günstigsten Methoden, Kaffee zu brühen. Denn die French Press selbst benötigt weder Strom noch einen Filter. Abgesehen vom Erhitzen des Wassers wird also kein Strom verbraucht und ohne Filter, Kapsel und Co, produziert die French Press auch keinen nicht kompostierbaren Müll. Womit wir wieder beim Thema Umweltfreundlichkeit wären, welche in vielen Medien immer wieder hervorgehoben wird.

Der feine Unterschied der French Press

Eine Kaffeemaschine, die mit einzelnen Kapseln aus Aluminium arbeitet, ist sicherlich einfach in der Handhabung. Man warten bis die Maschine aufgeheizt hat, legt eine Kapsel ein und drückt auf die Starttaste. Ganz so bequem ist es bei einer French Press zwar nicht, doch ist mit etwas Übung das Aroma eines so zubereiteten Kaffees um ein Vielfaches besser. Auch die Stärke des Kaffees lässt sich mit der French Press spielend leicht variieren. Gerade Anhänger der Third Wave, einer Bewegung von Kaffeeliebhabern, haben es sich zum Ziel gesetzt, Kaffeegenuss auch als das zu verstehen was er ist: ein Genuss und kein einfaches Lebensmittel.

Hier bietet gerade die French Press viele Vorteile bei der Kaffeezubereitung. Eine Abhängigkeit von bestimmten Marken und Systemen besteht nicht. Es können sowohl fertiges Kaffeemehl, als auch selbst gemahlene Bohnen verwendet werden. Das Kaffeepulver kann zudem auch individuell dosiert werden.

Die French Press: Kunsthandwerk der Kaffeezubereitung

Bei der Zubereitung empfiehlt sich, etwas mehr Wasser zu erhitzen, als für den Kaffee eigentlich benötigt wird. Denn mit dem ersten Schluck kochenden Wassers kann die French Press ausgespült und vorgewärmt werden. Das restliche Wasser lässt man auf ca. 90°C abkühlen, bevor man es in die Kanne gießt. Hier wartet schon das Kaffeepulver. Je nach Größe der French Press und der gewünschten Menge Kaffee, variiert auch die Grammzahl. Ein guter Mittelwert liegt bei 60 Gramm Kaffeepulver auf einem Liter Wasser. Das entspricht acht Tassen Kaffee auf der einen Seite und sechs Esslöffel Kaffeepulver auf der anderen. Hat man ein kleineres oder größeres Modell einer Pressstempelkanne daheim, dann verändern sich natürlich auch die Werte.

Zunächst wird auch nicht das gesamte Wasser verwendet, sondern nur etwa die doppelte Menge, die auch an Kaffeepulver in der Kanne ist. Dieser Sud wird kurz umgerührt und ca. 20 bis 30 Sekunden ziehen gelassen. Erst dann wird das restliche Wasser hinzu gegeben. Mit dem aufgesetzten Siebstempel benötigt der Kaffee noch weitere vier Minuten, um sein volles Aroma auszubreiten.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee: die richtige Röstung

Den fertigen Kaffee sollte man direkt zu sich nehmen und einfach genießen. Ganz so, wie es von der Third Wave vorgelebt wird. Ist doch mal eine Tasse zu viel in der Kanne, empfiehlt es sich, diese in einen Thermosbehälter umzufüllen, da bei zu langer Brühzeit das Aroma leidet.

Überhaupt ist das Aroma ausschlaggebend bei jedem Aspekt der Kaffeekultur. Nicht nur Brühzeit und Kaffeemenge entscheiden hier, sondern auch Mahlgrad und Qualität des Kaffees. Wichtig ist, dass man bei der Kaffeezubereitung in der Fench Press auf sämtliche Espressoröstungen verzichtet, da dieser zu fein für das Sieb ist. Bitterer Kaffee ist die Folge. Auch der handelsübliche Filterkaffee ist nicht unbedingt geeignet. Am besten ist es, mit dem örtlichen Kaffeeröster in Kontakt zu treten, denn dieser kann den Mahlgrad etwas gröber einstellen. Auch lassen sich verschiedene Kaffeesorten ausprobieren, bis der richtige Kaffee für den eigenen Geschmack gefunden ist. Ganz so, wie es auch die Third Wave Enthusiasten bei einer French Press machen würden. Oder würden sie ihren Kaffee zuhause selber mahlen?

Unser Fazit zum Kaffee aus der French Press

Die French Press ist eine sehr einfache und kostengünstige Alternative zur Zubereitung von frischen und leckerem Brühkaffee. Im Zuge der Thrid Wave Coffee Bewegung hat diese Art der Kaffeezubereitung wieder sehr stark an Zuspruch gewonnen. Neben dem Mahlgard, der Wassertemperatur und der Zeit, welche man dem Kaffee zum ziehen lässt, spielt vor allem die Qualität der verwendeten Kaffeebohnen, welche am besten direkt vor dem Zubereitung frisch gemahlen werden, einen sehr wichtige Rolle.

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