Wir alle kennen sie: diese Menschen, bei denen die Tasse Kaffee oder der frisch zubereitete Espresso immer noch einen Tick besser schmeckt als aus der eigenen Kaffee- oder Espressomaschine. Sie finden auch, dass es langsam Zeit wird, endlich die Seiten zu wechseln und die eigenen Ansprüche an den vollkommenen Kaffeegenuss zu erhöhen? Dann sind Sie hier goldrichtig! Erfahren Sie bei uns die 5 häufigsten Fehler der Kaffeezubereitung und wie sie diese zukünftig vermeiden können, denn oftmals sind nur grundlegenden Feinheiten, die zwischen der guten und der schlechten Tasse Kaffee entscheiden.

Fehler Nummer 1: Kaffee „kochen“

So paradox es auf den ersten Blick klingt: Viele Kaffeeliebhaber machen den Fehler, den Kaffee wortwörtlich zu „kochen“. Dabei ist eine Temperatur zwischen 93-95°C für ein wohlschmeckendes Ergebnis völlig ausreichend. Um diese zu erreichen haben Sie nichts weiter zu tun, als das Wasser im Anschluss an das Aufkochen im Wasserkocher etwa zwei Minuten ruhen zu lassen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, die Aromen im Kaffee zu verbrennen, wodurch dieser ungewollt bitter schmecken kann. Dieser Fehler passiert meistens  beim händischen Aufbrühen des frisch gemahlenen Kaffees im Filter, Chemex oder in der Aeropress. Moderne Filterkaffeemaschinen, Siebträger und Kaffeevollautomaten regulieren meist automatische die Temperatur des Brühwasser auf die ideale Temperatur oder besitzen die Möglichkeit, diese am Gerät nach den eigenen wünschen zu konfigurieren.

Beachten Sie bitte dabei, dass es im Umkehrschluss auch keinen Sinn mache, das Wasser gar nicht erst komplett aufzukochen. Frisch gemahlener Kaffee, der bei zu niedrigen Temperaturen aufgebrüht wird, schmeckt meist sehr sauer. Die Temperatur spielt beim Herauslösen der Aromastoffe aus dem Kaffeemehl eine sehr wichtige Rolle.  Achten Sie deshalb bitte immer auf eine ideal Brühwassertemperatur und dem Genuss einer leckeren Tasse frisch aufgebrühtem Kaffee sollte nichts mehr im Wege stehen.

Fehler Nummer 2: Billige Bohnen

Zwar ist es prinzipiell verständlich, dass man keine Unsummen für eine Tasse Kaffee ausgeben möchte – bei den Bohnen spart man aber definitiv an der falschen Stelle, diesen häufigen Fehler sollten Sie bitte unbedingt vermeiden. Welche Bohne dabei letztlich in die Tasse wandert, ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und den eigenen Anforderungen an die perfekte Tasse Kaffee oder Espresso. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass sowohl Sortenreinheit, Röstung, als auch Art der Bohne eine Rolle ausschlaggebende spielen. So sind beispielsweise Arabica-Bohnen milder, süßer und fruchtiger als Robusta-Kaffeebohnen und besitzen auch einen wesentlich geringeren Koffeingehalt. Robustakaffeebohnen überzeugen im Gegensatz dazu mit einem etwas kräftigerem Geschmack, mit eher nussi-schokoladigen Aromen. Robustkaffees werden sehr häufig als die „minderwertige“ Kaffeesorten bezeichnet. Dies ist jedoch ein völliger Trugschluss. Viele Robustabohnen sind qualitativ hochwertiger als manche Arabicasorte, welche bei den billigen Discounterkaffees verwendet werden.

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Die Robustabohnen sind dabei auch sehr wichtig für die Cremabildung auf dem Kaffee oder in der Tasse Espresso. Das ist auch der Grund dafür, dass die meisten italienischen Kaffee- und Espressosorten meist aus einer Mischung von Arabica- und Robustakaffeebohnen bestehen. Der klassische norditalienische Barkaffee besteht meist aus einer Mischung von 70-80% Arabica und den restlichen Teilen aus Robustabohnen. Je weiter Sie in den Süden Italien kommen, desto höher wird der Anteil an Robustabohnen in der Espressomischung. Der Klassiker der süditalienischen Rösterei Zcaffe, die Espressomischung Il Tuo, besteht beispielsweise aus 100% Robustakaffeebohnen. Viele Händler geben zwar an, dass es sich um eine 80-20 Mischung handelt… Lassen Sie sich davon bitte nicht irreführen.

Falls Sie trotzdem die Ausgaben für Kaffee niedrig halten möchten, dann wäre es eine Überlegung, im ersten Schritt Abstriche für die Ausgaben beim Equipment zu machen. Statt einer teuren Filterkaffeemaschinen, reicht für den Anfang auch die Anschaffung eines Hario Brühsets mit Filter und Aufgusskanne. Die Kaffeezubereitung ist zwar vom Aufwand gesehen ein bisschen Anspruchsvoller als beim automatischen Aufbrühen in der Maschine, macht jedoch wesentlich mehr Spaß und Sie können selbst viel mehr Einfluss auf die Zubereitung nehmen.

Fehler Nummer 3: Falscher Mahlgrad

Zugegeben, die unterschiedlichen Mahlgrade der einzelnen Zubereitungsarten können auf den ersten Blick sehr irritierend wirken. Hier lohnt es sich auch mal etwas genauer hinzuschauen, denn bei einem falschen Mahlgrad werden die einzelnen Aromen und Geschmacksstoffe des Kaffees nicht richtig extrahier, was sich sehr negativ aus den Geschmack auswirkt.

Ist der Mahlgrad zu grob, fließt das Wasser viel zu schnell durch das frische Kaffeemehl.  Durch die kurze Kontaktzeit des heißen Brühwassers mit dem Kaffeepulver können nicht die kostbaren Aromen und Geschmacksstoffe nicht ausreichend aus dem Kaffee herausgelöst werden, wodurch ein sehr wässriger, flacher und fader Geschmack im Kaffee oder Espresso entsteht.

Ist der Mahlgrad zu fein gewählt, so verdichtet sich das feuchte Kaffeemehl kurz nach dem Beginn des Brühvorgangs bereits so stark, dass das warme Brühwasser zu langsam durch das Kaffeepulver hindurchsickert. Dadurch verlängert sich ungewollt auch die Kontaktzeit zwischen dem Brühwasser und dem Kaffeepulver. Dabei ist es ganz egal, ob dieser Effekt beim händischen Aufbrühen, bei der Kaffeezubereitung im Kaffeevollautomaten oder bei der Zubereitung von Espresso aus dem Siebträger auftritt. Der Kaffee bzw. Espresso erhält durch die lange Kontaktzeit mit dem warmen Brühwasser einen sehr unangenehm bitteren Geschmack. Das kommt daher, dass beim langsamen Brühen auf viele der unangenehmen und sehr unbeliebten Gelbsäuren und Bitterstoffe aus dem Kaffee herausgelöst werden. Dieser Effekt wird nochmal gestärkt, wenn Sie bei der Kaffeezubereitung zu heißes Brühwasser verwenden.

Übrigens: es macht keinen Sinn, den Kaffee schon für später zu mahlen, denn dadurch verliert er an Aroma. Am besten also: frisch die Menge mahlen, die tatsächlich gebraucht wird.

Fehler Nummer 4: Kaffee in Kühlschrank

Kalter Kaffee macht zwar bekanntlich schön, das gilt aber leider nicht für Bohnen, die im Kühlschrank oder gar in der Gefriertruhe gelagert werden. Kaffeebohnen, oder auch Kaffeemehl, nehmen sehr leicht andere Aromen aus der Umgebung auf. Um zu verhindern, dass Ihr Kaffee nach Käse, Zwiebeln und dem Essen vom Vortag schmeckt, lagern Sie ihn am lichtgeschützt und trocken besten bei 10-19°C.

Im Übrigen wird Kaffee am besten in der Originalverpackung gelagert. Der häufigste Fehler der hierbei begangen wird ist das Umfüllen der Kaffeebohnen oder des bereits gemahlenen Kaffees in Blech- oder Metalldosen. Kommen die Kaffeebohnen oder das Kaffeepulver in Berührung mit Luft und Metall, so kann sehr schnell ein Oxidationsvorgang eintreten welcher dazu führt, das die im Kaffee befindlichen Öle ein stark ranzigen Geschmack entwickeln, welche auch nach der Kaffeezubereitung im jeweiligen Kaffeegetränk ihre negativen Spuren hinterlassen.

Die beste Möglichkeit den Kaffee nach dem Öffnen zu Lager ist diesen entweder in der Originalverpackung in einen luftdichtverschließbare das zu Packen oder die Bohnen bzw. das Kaffeepulver in eine luftdichte Dose aus Keramik umzufüllen.

Fehler Nummer 5: Tampen mit zu viel Druck

Der letzte Fehler auf unserer Liste der fünf häufigsten Fehler der Kaffeezubereitung ist das Tampen bei der Espressozubereitung. Statt mit aller Kraft zu versuchen, das frische Kaffeemehl im Siebträger festzudrücken, sollten Sie lieber darauf achten, eine möglichst glatte und gleichmäßige Oberfläche zu erzeugen. Eine glatte Oberfläche ist vor allem bei älteren Siebträgermaschinen sehr wichtig und entscheidet oft zwischen guten und schlechtem Geschmack.

Bei den neueren Siebträgermaschinen ist es zwar auch noch wichtig, beim Tampen auf eine glatte Oberfläche zu achten, jedoch spielt der Druck beim Tampen hier keine so große Rolle mehr für ein perfektes Endergebnis. Der Grund darin liegt in der Art und Weise des Aufbrühens der Espressomaschine und des Drucks, welche beim Brühe auf das Kaffeemehl ausgeübt wird. Hochwertige Siebträgermaschinen schaffen es während des Brühvorgangs einen Druck auf den frisch gemahlenen Espresso auszuüben der in etwas dem 10-fachen entspricht, welchen Sie beim Tampen des Kaffeemehls erzeugen können.

Bei modernen Siebträgermaschinen mit Vorbrühfunktion brauchen Sie Ihr Kaffeemehl eigentlich gar nicht mehr Tampen. Beim Vorbrühen wird erst sehr langsam und mit niedrigen Druck warmes Brühwasser in den Siebträger gepresst, sodass das Kaffeepulver aufquillt und sich dabei gleichmäßig im Siebträger in der eingespannten Brühgruppe gleichmäßig verteilen kann. Wird anschließen der volle Brühdruck der Espressomaschine auf den Espresso gegeben, so verdichtet „tamped“ sich das Kaffeemehl automatisch, wodurch der Fehler durch schiefes oder falschen Tampen gänzlich korrigiert bzw. vermieden wird. Wer seinen Espresso jedoch klassisch, italienisch zubereiten möchte, der sollte auch bei einer Espressomaschine mit Vorbrühfunktion nicht auf das Tampen verzichten. Es gehört einfach dazu und macht zudem auch sehr viel Spaß.

Unser Fazit:

Haben Sie sich bei einem der fünf Fehler ertappt? Oder waren Sie auch ohne diese Tipps schon ein Profi in der Kaffeezubereitung? Wie dem auch sei. Oftmals sind es nur grundlegenden Feinheiten, die über guten oder schlechten Kaffee bzw. Espresso entscheide. Wenn Sie diese Fehler vermeiden werden Sie Ihre Gäste beim nächsten Besuch sicher mit Ihrem guten Kaffee begeistern können.