Als Kaffee im 16. Jahrhundert nur in Form von ein paar Bohnen nach Europa kam und ein Jahrhundert später die ersten Kaffeehäuser in den damaligen Metropolen des Kontinents eröffnet wurden, war Kaffeetrinken ein Luxus. Leisten konnten sich diesen Zeitvertreib nur sehr betuchte Personen; der Allgemeinheit blieb dieser besondere Genuss in der Regel verwehrt. Heute ist Kaffee per se kein Gut mehr, das das Prädikat Luxus erhält. Ganz im Gegenteil. Heute trinkt der durchschnittliche Deutsche mehr als 160 Liter des köstlichen Getränks pro Jahr. Gleichwohl gibt es auch in dieser Zeit Feinschmecker, für die Kaffee ein Luxusgut ist. Gemeint sind dabei bestimmte exklusive und seltene Kaffeesorten, die wir Ihnen in den nächsten Absätzen vorstellen möchten.

Die teuersten Kaffeesorten der Welt

Unter den Top Fünf der luxuriösten Kaffeesorten der Welt findet der Gourmet gleich zwei Mal Bohnen aus dem Anbaugebiet Indonesien. Aus diesem Land stammt auch die teuerste Sorte. Knapp 50 Euro müssen Sie allein für eine Tasse Espresso Kopi Luwak zahlen. Diese Kaffeesorte ist wohl auch die seltenste Sorte weltweit. Man nimmt an, dass jährlich nur etwa 500 Kilogramm Kopi Luwak auf den Kaffeemarkt gelangen. Was aber macht diese Kaffeesorte so selten? Dieser exklusive Kaffee wird aus Arabica und Robusta gewonnen. Seine Besonderheit sind Fleckenmusangs. Diese Schleichkatzenart kommt nur in Südasien und dort besonders in Südostasien vor. Die Fleckenmusangs fressen die reifen Kirschen der Kaffeepflanze. Verdauen können sie jedoch nur das Fruchtfleich; die Bohne wird wieder ausgeschieden. Die auf diese Weise „behandelten“ Kaffeebohnen entfalten den ganz besonderen Geschmack und die Exklusivität, die einen Kopi Luwak ausmachen. Im Geschmack kennzeichnet diese Kaffeesorte eine milde, schokoladige bis holzige Note.

Gibt es einen Kaffeekönig?

Diese Überschrift ist zugegeben etwas ketzerisch formuliert. Der Feinschmecker wird diese Frage jedoch durchaus mit ja beantworten. Gemeint ist damit weniger ein Mensch, denn eine Kaffeebohne. Als König der Kaffeebohne wird häufig die Arabica „La Esmeralda Special“ tituliert. Diese Kaffeesorte gehört zweifelsohne zur Luxusklasse. Etwas mehr als 700 US-Dollar ist für ein Kilogramm dieser besonderen Kaffeebohnen zu zahlen. Die Kaffeesorte wird in Panama angebaut, und zwar nur am oberen Ende der Farm „Fazienda Esmaralda“, woher die Sorte auch ihren Namen hat. Nur an dieser Stelle wird die exklusive Qualität des „La Esmaralda Special“ erreicht, während an anderen Stellen der Farm ein weniger guter Kaffee wächst. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Bohne eine Abart der Sorte „Geisha“ aus Äthiopien ist. Über Costa Rica gelangte die Kaffeepflanze schließlich nach Panama. Die Sorte erreichte bereits viele Auszeichnungen und belegte zwei Mal den zweiten Platz bei der Wahl zum Kaffee des Jahres. Im Geschmack zeigt sich die „La Esmeralda Special“ fruchtig, lebendig mit vagen Aromen der Zitrone bis hin zu zimtig.

Blue Mountain mit Tabaknote

Wer über Luxuskaffe spricht, der darf nicht die Arabica aus den Blue Mountains außer Acht lassen. Dies wird jeder Gourmet bestätigen, der einen Espresso dieser Sorte genießen darf. Preislich liegt diese jamaikanische Kaffeesorte bei knapp 100 Euro pro Kilogramm. Angebaut wird diese spezielle Kaffeepflanze in den Blue Mountain auf Jamaika. Und dies bereits seit dem 18. Jahrhundert, als der damalige britische Gouverneur der Insel Nicholas Lawes den ersten Pflanzensetzling der Sorte nach Jamaika brachte. Knapp 100 Jahre brauchte es aber noch, bevor sich die Kaffeesorte auch bei den Kaffeekennern durchsetzte. Im Geschmack offenbart die Arabica eine außergewöhnliche Vielfalt. Die Noten reichen von nussig bis zu zarten Säuren, von voll bis zu dem Geschmack von Tabak. Der hohe Wert der Sorte resultiert nicht zuletzt aus dem relativ kleinen Anbaugebiet.

Kopi Tongkonan aus Indonesien

Kleines Anbaugebiet ist ein gutes Stichwort auch für den Kopi Tongkonan aus Sulawesi, eine Insel, die zum indonesischen Archipel zählt. Wenn es gut läuft, ernten die Kaffeebauer eineinhalb Tonnen der Kaffeesorte pro Jahr. Einer der Gründe für den stolzen Preis von knapp 300 Euro pro Kilogramm. Angebaut wird diese Sorte von nur zehn Familiengruppen aus dem Stamme der Toraja. Verwendet werden ausschließlich die besten Kirschen, wobei der Ernte ein langer Prozess vorausgeht. Der Gourmet schwört auf den nussigen Geschmack des Kopi Tongkonan und auf seinen kräftigen Abgang.

Wenn Kaffee den Monsun braucht

Die letzte exklusive Kaffeesorte in unserer kurzen Übersicht ist – ohne Wertung – der „Indian Monsooned Malabar“ aus Indien. Es handelt sich dabei um die Kafeesorten Arabica und Robusta, die diese außergewöhnlichen Bohnen hervorbringen. Die Besonderheit dieser Sorte hat mit dem Monsun, mit der Regenzeit in Indien und besonders an den Malabar-Küsten, zu tun, die regelmäßig im Jahr dort einsetzt. Der Malabar Monsun ist ein wichtiger Bestandteil im natürlichen Produktionsprozess in der Reife der Bohne. Zehn Wochen lang wird sie den Naturgewalten ausgesetzt. Während dieser Zeit ist es besonders wichtig, die Bohnen regelmäßig umzuschichten, da sie andernfalls verderben würden. Der Preis für diese Bemühungen liegt bei etwas mehr als 25 Euro pro Kilogramm. Im Geschmack erleben Sie den Malabar Monsun sehr erdig und fast schokoladig.

Unabhängig, ob Sie sich für die Preise der exklusiven Kaffeesorten erwärmen können; diese kurzen Beispiele zeigen, wie sehr Kaffee geliebt wird und mit welcher Leidenschaft das köstliche Getränk angebaut wird.