Wir verwenden es gerne und häufig und viele schwören darauf, wenn es für sie um den ultimativen Kaffeegenuss geht: das Kaffeepad. Zweifelsohne bietet das Pad bei der Zubereitung von Kaffee und Espresso zahlreiche Vorteile. Begrifflich ist mit dem Kaffeepad eine Verpackung gemeint, die Kaffeepulver für die Zubereitung von unterschiedlichen Kaffeearten für eine Person enthält. In der Regel sind dies exakt sieben Gramm, was die gewöhnliche Menge für eine Tasse Kaffee oder Espresso bedeutet. Deutlich unterscheiden muss man zum Pad die Kaffeekapsel. Diese wird üblicherweise aus Aluminium und Kunststoff produziert. Wir sind der Antwort auf die Frage nachgegangen, wie das Kaffeepad entstanden ist und welchen Weg es von seiner Erfindung bis heute genommen hat.

Aus dem Heimatland der Profi-Barista

Wenn in einer Rateshow im Fernsehen die Frage gestellt worden wäre, in welchem Land das Kaffeepad erfunden worden wäre, hätte mehr als die Hälfte rein intuitiv auf Italien getippt. Und läge damit vollkommen richtig. Genau genommen geschah es im sonnigen Süditalien. Es war um das Jahr 1972 als sich der Italiener Antonio di Leva auf der Pedamentina, einem der schönsten und ältesten Spazierwege Neapels, mit dem Gedanken befasste, wie man Kaffeepulver auf eine vernünftige Methode portionsgerecht verkaufen könnte. Man weiß heute nicht genau, wann ihn der Gedanke zum ersten Kaffeepad ereilte, ob es auf dem Hin- oder Rückweg war, jedenfalls setzte sich die Idee dazu bei di Leva vor seiner Rückkehr nach Hause im Kopf fest.

Was ist eine Prontadose?!

Seine Prontadose, so nannte er seine Erfindung, hatte aber noch einen harten Weg vor sich, bevor sie zum heutigen Kassenschlager wurde. Die Prontadose hatte einen perforierten Deckel sowie einen ebenso präparierten Boden. Jeder Filter in dem Kaffeepad wurde einzeln vakuumverpackt. Di Leva wandte sich mit seiner Erfindung an den damaligen Kaffeehersteller und -röster Lavazza und von nun an hätte der Weg des Kaffeepads seinen natürlichen Verlauf nehmen können. Im Vorwege des zu erwartenden Reichtums aber kam es zu Streitigkeiten in der Familie di Leva, was am Ende zur Einstellung des Programms führte.

Mit dem Jahrtausendwechsel kam der Erfolg

Ganz zum Ende allerdings nicht, denn das patentierte Verfahren wurde von der Firma Illy übernommen. Diese stellte auf der Grundlage der Idee von di Leva das erste Pad-System her. Es erhielt die Bezeichnung ESE, was wiederum auf die Anfangsbuchstaben von „Easy Serving Espresso“ zurückzuführen war. Die Bezeichnung deutet bereits an, dass das ESE-System vornehmlich für die Zubereitung von Espresso aus ESE-Kaffeepads genutzt wurde. Dieses System erfüllte bereits alle Vorteile des Pad-Systems. Espresso konnte nun jeder Nutzer zu jeder beliebigen Tageszeit zubereiten und zwar dank der exakt bemessenen Einzelportionen schnell und bequem. Neben dem heimischen Markt in Italien hatte Illy auch das Ziel, Kaffee in Form von Pads in Länder zu exportieren, die bisher keine Kaffeetradition hatten. Es dauerte aber noch weitere Jahrzehnte, bis das Kaffeepad seinen Siegeszug in Mitteleuropa, speziell in Deutschland, antreten konnte. Inwiefern es einen Zusammenhang damit gibt, ist heute nicht bekannt, aber es war der Wechsel in das nächste Jahrtausend, dass diese Veränderung mit sich trug.

Am Anfang gab es nur vier Sorten

Was die di Leva, Lavazza und Illy begonnen hatten, war nun bei der niederländischen Firma Douwe Egberts ansässig. Bei der Einführung in den Markt, konnten Kunden allenfalls zwischen vier verschiedenen Sorten bei den Kaffeepads wählen. Doch die Idee, die hinter dieser Art der Kaffeezubereitung stand, nämlich die Kaffeezubereitung in Form von wohl portionierten Einzelportionen, war nicht mehr aufzuhalten. Positiv begünstigt wurde dieser Trend durch die gesellschaftlichen Veränderungen in Europa und in der Welt. So gab und gibt es immer mehr Haushalte, die nur aus einer Person oder zwei Personen bestehen. Diese Haushalte entdeckten die Kaffeezubereitung in Form einer Einzelportion für sich als ideal und ungleich komfortabler. Zudem gab es den Anspruch, dass alles, auch die Zubereitung von Espresso und anderen Kaffeespezialitäten immer schneller erfolgen musste, um dem allgemeinen Zeitdruck gerecht zu werden. All diese Bedingungen konnte das Pad-System leisten.

Ein Ausblick in die Zukunft

Das Kaffeepad hat heute einen Marktanteil von bemerkenswerten acht Prozent. Es muss sich seinen Anteil insbesondere im Wettbewerb mit der Kaffeekapsel erkämpfen und schafft dies erfolgreich. Führende Marken in diesem Segment sind Senseo, Tschibo und Jacobs. Insbesondere das von der Firma Philips entwickelte Senseo-System machte diese Art der Kaffeezubereitung zu einem alltäglichen Vorgang. Immer mehr Kaffeeröster bieten ein Pad-System in ihrem Portfolio an. Genutzt werden die Einzelportionen in den dafür zugelassenen Kaffeemaschinen. Ein Ende der Erfolgsstory jedenfalls ist nicht absehbar.

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