Hundesteuer, Zweitwohnungssteuer, Einkommensteuer, Lohnsteuer: Die Steuerarten in Deutschland sind so zahlreich wie vielfältig. Dass es auch eine Kaffeesteuer gibt, wissen die wenigsten Konsumenten. Doch was wird bei der Kaffeesteuer durch den Staat besteuert, wie hoch ist die Steuer auf Kaffeeprodukte und die vielleicht spannendste Frage: Wer muss die Kaffeesteuer bezahlen? In den nachstehenden Absätzen möchten wir etwas Licht in das Dunkel zum Thema Steuer auf Kaffee streuen.

Wann wird die Kaffeesteuer erhoben und wer zahlt sie?

Der Staat erhebt die Kaffeesteuer zum Zeitpunkt der Einfuhr des Kaffeeprodukts nach Deutschland, unabhängig ob in Form von Pulver oder Bohnen. Dies funktioniert in seinen Grundzügen noch immer wie zum Zeitpunkt der erstmaligen Erhebung dieser Steuer. Alles begann im Königreich Preußen und allein diese Tatsache macht deutlich, wie lange es diese Steuer bereits gibt. Die Preußen sahen in dem rasant ansteigenden Konsum von Kaffee vor mehr als 300 Jahren eine gute Gelegenheit, den Staatshaushalt aufzubessern und erhoben auf den Import von Kaffeebohnen einen Zoll. Aus diesen Zöllen wurde später eine Steuer, ohne dass sich an den Grundzügen dieser Abgabe etwas geändert hätte. Übrigens ist Deutschland eines von nur wenigen Länder in Europa, das eine solche Abgabe erhebt. Steuerpflichtig ist derjenige, der die Kaffeebohne anbaut, sie verarbeitet oder sie verkauft. Der letzte Satz ist eine gute Nachricht für uns Endverbraucher. Wir sind gemeinhin bei geringeren Einfuhrmengen für den privaten Gebrauch nicht zur Zahlung der Steuer pflichtig.

Kaffeebohnen und -pulver im Ausland kaufen

Um einmal die Größenordung zu verifizieren: Kaffeesteuer bringt dem deutschen Fiskus jährlich rund eine Milliarde Euro. Anders ausgedrückt: Pro Kilogramm Kaffeepulver oder –bohnen kassiert der Staat beim Import des Produkts 2,19 Euro. Für lösliche Kaffeesorten sind es sogar 4,78 Euro. Für den Verbraucher, der sich im Italien-Urlaub vor Ort Kaffeebohnen kauft, für den ist folgender Tipp wichtig: Kaffeeprodukte, die ausschließlich für den eigenen Verbrauch erworben werden, unterliegen nicht der Steuer.

0 Euro/Kg
für Kaffeebohnen
0 Euro/Kg
für kaffeehaltige Produkte

Als persönlichen Verbrauch akzeptiert der Zoll in der Regel eine Menge von 10 Kilogramm pro Person. Übrigens spielt es bei dieser Ausnahme keine Rolle, ob es das Kaffeepulver oder die Kaffeebohnen aus einem EU-Staat oder einem anderen Land eingeführt werden. Unterschiedlich sind hier nur die Berechnungsgrundlagen für die Steuerfreiheit. Die Grenze bei dem Import aus Nicht-EU-Länder beträgt derzeit 430 Euro pro erwachsener Person. Eine solche Geringfügigkeits- oder Bagatellgrenze gibt es im Übrigen erst seit dem Jahr 2010. Bis dahin wurde Kaffeesteuer bereits vom ersten Gramm eingeführter Kaffeeprodukte erhoben. Bewährt hatte sich diese restriktive Vorgehensweise allerdings nicht; vor allem standen die Kosten in keinem positiven Verhältnis zu den Erträgen.

Steuerhinterziehung als lukratives Geschäftsmodell

Wichtigste Erkenntnis bisher: Als Konsument und Kleinverbraucher hält sich das Risiko mit der Steuer auf Kaffeeprodukte in erträglichen Grenzen. Auf der Kehrseite der Medaille könnte man folgendes Motiv als Leitsatz in jedem Finanzamt finden: Wo es eine Steuer gibt, gibt es auch Steuerhinterziehung. Die Kaffeesteuer macht diesbezüglich keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Angesichts der relativ hohen Abgabe ist dies vielleicht auch kein Wunder. Dabei kann man durchaus zwischen der unbewussten und der kriminellen Kaffeesteuerhinterziehung differenzieren. Wer beispielsweise eine kleine Bar oder ein gemütliches Restaurant führt, der mag im nächsten Urlaub in Italien, Spanien oder Frankreich auf eine Kaffeespezialität stoßen, die er gerne auch seinen Gästen kredenzen würde.

Häufig wird dabei bei der Einfuhr die Geringfügigkeitsgrenze überschritten, die hier ohnehin nicht zum Tragen kommen dürfte, da die eingeführten Kaffeeprodukte nicht für den persönlichen Verbrauch bestimmt sind. Auch in einem solchen Fall gilt der Grundsatz: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wenngleich diese wesentlich geringer ausfallen dürfte, als für organisierte Banden, die die kriminelle Umgehung der Kaffeesteuer als ihr Geschäftsmodell auserkoren haben. Der freie Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union macht es solchen Betrügern relativ einfach.

Jede getrunkene Tasse erfreut den Staat

Mit jeder Tasse Espresso oder einer anderen Kaffeespezialität erfreuen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch den Staat. In der Tat verdient der Fiskus am Kaffeetrinker nicht wenig. Neben der Kafeesteuer wird auf den Kauf von Kaffeeprodukten zusätzlich eine Mehrwertsteuer erhoben. Diese beträgt derzeit für Kaffeeprodukte sieben Prozent. Neben reinen Kaffeeprodukten unterliegen auch sogenannte kaffeehaltige Produkte und Waren der Kaffeesteuer. Ein Produkt oder eine Ware ist dann kaffeehaltig, wenn sie zu wenigstens einem Prozent aus Kaffee besteht. Rechtsgrundlage für alles Vorgenannte ist das Kafeesteuergesetz, kurz KaffeeStG.

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