Dem Kaffeeliebhaber begegnet dieser Begriff auf der Suche nach neuen Kaffeeprodukten und Zubereitungsmethoden recht schnell: Schweizer Schümli Kaffee. Der Name klingt im ersten Augenblick wie die regionale Marke eines Kaffeerösters aus einem der vielen Täler der Alpen, doch tatsächlich handelt es sich um einen weltweit bekannten Caffe aus der Schweiz, dessen Geheimnis vor allem in der Zubereitung liegt. Dieses Geheimnis wollen wir nachstehend ein wenig lüften und Sie zugleich mit den Eigenschaften und den Vorzügen des Schweizer Schümli Kaffees bekannt machen.

Am Anfang stand die Entwicklung des Kaffee-Vollautomaten

Tatsächlich haben der Schümli Kaffee – Caffe Creme und der Vollautomat für die Zubereitung von Kaffee einen gemeinsamen Weg zurückgelegt und tun dies noch heute. Dieser Umstand kommt nicht von ungefähr, denn die Schweiz ist bekannt für ihre ausgezeichneten Kaffee-Vollautomaten. Doch zurück zum Schümli. Bei der Einführung des Kaffee-Vollautomaten in den Markt, wurde schnell deutlich, dass es für diese Art der Zubereitung von Kaffee einer besonderen Kaffeebohnenmischung bedarf. Aus dieser Notwendigkeit resultierte (glücklicherweise) der Caffe Creme aus der Schweiz. Diese besondere Kaffeespezialität zeichnet sich durch einen kräftigen, vollmundigen Geschmack aus. Zugleich zeigt sich die Spezialität als magenfreundlich und vor allem säurearm.

Ein Geheimnis dieses besonderen Geschmacks findet sich in der Auswahl der verwendeten Kaffeebohnen. Zwar werden hier, wie bei anderen Kaffeesorten auch, Robusta- und Arabica-Bohnen zusammen verwendet, doch innerhalb der Mischung überwiegen die etwas edlere Arabica. Es sind sogar Meinungen zu hören, die die ausschließliche Verwendung von Arabica-Bohnen als Voraussetzung für einen Schümli sehen. Über die empfohlene Herkunft der Bohnen existieren verschiedene Meinungen. Während einige Experten einen Mix aus indischen und lateinamerikanischen Bohnen bevorzugen, setzen andere Kaffeeliebhaber auf Kaffeebohnen aus Brasilien oder Kolumbien. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass ausschließlich hochwertige Bohnen bei dieser Spezialität zum Einsatz kommen.

Die Röstung macht den Unterschied

Basis für die besondere Röstung der Kaffeebohnen für den Schümli ist die Trommelröstung. Bei dieser Röstungsart unterscheidet man gewöhnlich drei Stufen: hell, mittel und dunkel. Für den Caffe Creme ist die helle Röstung vorgeschrieben. In der Trommelröstung werden die verwendeten Kaffeebohnen sehr langsam und ausschließlich bei eher niedrigen Temperaturen geröstet. Durch diese Art der Röstung entsteht das unverwechselbare Röstaroma des Schümli, einschließlich seiner Milde, die aus dem geringen Anteil an den Bitterstoffen resultiert. Man nennt dieses Röstverfahren entsprechend: die helle Röstung für Espresso.

Der Schümli Kaffee ist das Bindeglied zwischen Filterkaffee und Espresso

Tatsächlich liegt diese Kaffeesorte in vielerlei Hinsicht zwischen einer Espresso-Spezialität und dem Filterkaffee. Damit bildet der Caffe Creme aus der Schweiz die ideale Wahl für den Kaffeeliebhaber, der etwas mehr Flüssigkeit benötigt, als ihm ein Espresso bietet, jedoch mehr Charakter wünscht, als der Filterkaffee zu leisten vermag. Neben der Auswahl der Kaffeebohnen und der Röstung birgt die Zubereitung der Kaffeespezialität das dritte Geheimnis. Die Bohnen werden in der Regel ähnlich dem Mahlgrad für Espresso zerkleinert. Es sind auch etwas gröbere Mahlgrade bekannt. Das Wasser wird mit einem Druck von zwei bis drei Bar durch das Pulver geführt. Für die sogenannte lange Tasse wird der Kaffee mit etwa 120 ml Wasser in 15 Sekunden aufgebrüht. Die Verwandtschaft mit dem Espresso wird nicht nur bei der Trommelröstung deutlich. Beim Creme-Schümli wird pro Tasse, ähnlich wie bei der Espressozubereitung, sieben bis acht Gramm Kaffeepulver verwendet. Auch geografisch offenbart sich der Schümli Creme als ein Bindeglied. In der Westschweiz, wo bekanntlich eher französisch sprechende Eidgenossen wohnen, trinkt man vorzugsweise Kaffee, der mit einer dunklen Röstung vorbereitet wurde. Im Tessin, also auf der anderen Seite, trinken die Schweizer Kaffee mit Vorliebe wie es die Italiener tun. Dazwischen haben wir die deutschsprachige Schweiz, die den Schümli-Caffe bevorzugen.

Private und gewerbliche Nutzung

Zunächst wurde diese Kaffeespezialität aus der Schweiz ausschließlich in Restaurants und Kaffeehäusern, also gewerblich, genutzt. Dies hatte die Ursache in den Vollautomaten jener Zeit. Denn es gab solche, die sich für die Herstellung des Schweizer Caffe Creme eigneten, nicht in Privathaushalten. Es benötigte erst die Kolbenkaffeemaschine, die vor etwa 30 Jahren auf den Markt kam. Sie erst schuf die Voraussetzung, dass der Schümli auch im Wohnzimmer oder der Küche genossen werden konnte.

Der Schümli-Kaffee im Stresstest

Der Schümli-Caffe bietet dem Genießer vor allem mehr Volumen im Körper und einen etwas runderen Geschmack an. Tatsächlich ergaben durchgeführte Stresstests eine relative Nähe des Creme-Caffe zum Espresso. Doch während das Aroma bei beiden Kaffeespezialitäten gleich intensiv ist, überzeugt der Schümli-Caffe durch sein außerordentliches Volumen und seine Milde hinsichtlich Säure und damit mit seiner Magenfreundlichkeit. Der Anteil zwischen den Arabica und den Robusta Bohnen in einer Schümli-Mischung schwankt von Anbieter zu Anbieter erheblich. Gegen eine ausschließliche Arabica-Bohnen Verwendung spricht der Umstand, dass Bohnen der Sorte Robusta in der Regel für eine stabilere und damit bessere Crema sorgen, die diese Kaffeespezialität ja auszeichnet. Übrigens bestellt man diesen Kaffee in der Schweiz als Kafi Crème. Eine Schümli-Mischung erhält man im guten Kaffee-Fachhandel. Sie ist ausschließlich für die Verwendung im Vollautomaten konzipiert. Da es sich in der Regel um eine Espressoröstung handelt, kann sie wahlweise auch für diese Kaffeeart verwendet werden.